Über Mike

Ich hatte nie vor, Künstler zu werden.

Den größten Teil meines Lebens bewunderte ich Kreativität aus der Ferne. Mein Weg war geprägt von Struktur, Verantwortung und Präzision – bis sich mein Leben auf eine Weise veränderte, die ich mir niemals hätte vorstellen können.

Innerhalb weniger Jahre verlor ich fast alles, was mich ausgemacht hatte. Beziehungen zerbrachen, Vertrauen ging verloren, finanzielle Sicherheit verschwand und langwierige Rechtsstreitigkeiten wurden Teil meines Alltags. Gleichzeitig kämpfte ich mit Depressionen, Einsamkeit und der Frage, wie viel ein Mensch ertragen kann, bevor er sich selbst verliert.

Die Kunst wurde zu dem Ort, an dem ich nichts mehr erklären musste.

Was als Versuch begann zu überleben, entwickelte sich nach und nach zu einer eigenen Sprache.

Ich war schon immer ein Mensch, der zu viel denkt.

Mein Kopf kommt selten zur Ruhe. Ich verliere mich in Details, denke Gespräche immer wieder durch und suche nach Bedeutungen, wo andere längst weitergegangen sind. Für manche ist das eine Belastung – für mich wurde genau daraus eine Quelle der Kreativität.

Genauso erlebe ich Musik.

Ich muss einen Text nicht verstehen, um einen Song zu fühlen. Oft reicht eine Melodie, ein einzelner Klang oder eine Stimmung, um mich tief zu berühren. Musik erzählt Geschichten, selbst dann, wenn ich kein einziges Wort verstehe. Gefühle brauchen keine Übersetzung.

Vielleicht empfinde ich deshalb auch intensiver als viele andere.

Ich trage Menschen, ihre Sorgen und ihre Geschichten oft noch lange mit mir, selbst wenn sie längst nicht mehr Teil meines Lebens sind. Diese Empathie hat mich mehr als einmal verletzt. Trotzdem würde ich niemals tauschen wollen. Lieber fühle ich zu viel, als gar nichts.

Meine Werke entstehen auf unterschiedliche Weise.

Manche sind reine Emotion – spontan, roh und intuitiv.

Andere beginnen mit Zahlen, Buchstaben, Wörtern oder ganzen Sätzen. Aus ihnen entwickelt sich Schritt für Schritt eine geometrische Bildsprache, die auf meiner eigenen Schrift MIKE Typo basiert. Linien werden zu Symbolen. Formen werden zu Erinnerungen. Hinter vielen Werken verbergen sich Geschichten, Botschaften und Bedeutungen, die sich oft erst beim zweiten oder dritten Blick offenbaren.

Ich erschaffe keine Kunst, um Wände zu dekorieren.

Ich erschaffe sie, um Gedanken festzuhalten, Erinnerungen sichtbar zu machen und Gefühlen eine Form zu geben, wenn Worte nicht mehr ausreichen.

Manche werden in meinen Bildern nur Farben und Formen sehen.

Andere werden die Geschichten entdecken, die zwischen den Linien verborgen liegen.

Willkommen in meiner Welt.

– Mike

About Mike

I never intended to become an artist.

For most of my life, I admired creativity from a distance. My path was shaped by structure, responsibility and precision—until my life changed in ways I could never have imagined.

Within a few years, I lost almost everything that had defined me. Relationships fell apart, trust was lost, financial security vanished, and drawn-out legal disputes became part of my everyday life. At the same time, I struggled with depression, loneliness, and the question of how much a person can endure before losing themselves.

Art became the place where I no longer had to explain anything.

What began as an attempt to survive gradually developed into a language of its own.

I have always been someone who thinks too much.

My mind rarely comes to rest. I get lost in details, replay conversations over and over, and search for meaning where others have long since moved on. For some, that is a burden—for me, it became a source of creativity.

Music affects me in the same way.

I do not need to understand the lyrics to feel a song. Often, a melody, a single sound, or a mood is enough to move me deeply. Music tells stories even when I do not understand a single word. Feelings do not need translation.

Perhaps that is why I also feel more intensely than many others.

I often carry people, their worries, and their stories with me long after they are no longer part of my life. This empathy has hurt me more than once. Even so, I would never trade it. I would rather feel too much than nothing at all.

My works come into being in different ways.

Some are pure emotion—spontaneous, raw and intuitive.

Others begin with numbers, letters, words, or entire sentences. Step by step, they develop into a geometric visual language based on my own typeface, MIKE Typo. Lines become symbols. Shapes become memories. Many works contain stories, messages and meanings that often reveal themselves only on a second or third look.

I do not create art to decorate walls.

I create it to hold on to thoughts, make memories visible, and give form to feelings when words are no longer enough.

Some will see only colours and shapes in my images.

Others will discover the stories hidden between the lines.

Welcome to my world.

– Mike

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